Termine

Geplante Veranstaltungstermine 2018

15. Dezember:

10. Jahresabschluss-Feier mit Nikolaus

(25 Jahre – Blickpunkt)

 

 

Geplante Veranstaltungstermine 2019

 

16. März

Kulturtag in Osnabrück

 

 

28. November –  01. Dezember

Gruppenreise mit Bus nach Brüssel EUD

und Weihnachtsmarkt

 

 

Termin noch offen: 

10 Jahre Kugepu in Paderborn

Flughafen in Paderborn/Lippstadt

Führung und Rundflug

-KUGEPU-

Jahresarchive: 2009

Der Nikolaus sieht alles!

Es ist der 6. 12. 2009, überall sind die Menschen damit beschäftigt den Nikolaustag zu feiern, so auch im Hörgeschädigten-Zentrum Paderborn in der Bleichstraße. Diese Adresse stand für den Nikolaus auch auf der Liste. Bereits den ganzen Tag konnte er verfolgen, dass die Organisatoren und auch die freiwilligen Helfer schwer zu arbeiten hatten, damit alles vorbereitet war, wenn um 10 Uhr für Groß und Klein die Nikolausfeier

starten sollte. Viele, viele Brötchen, Aufschnitt, Käse, Marmelade und andere Leckereien, die zu einem leckeren

Brunch dazu gehören, waren vorbereitet, als die hungrigen Gäste kamen. Der Einladung zur Nikolausfeier waren auch der 1. Vorsitzende des Vereins für Hörgeschädigtenhilfe Paderborn e.V., Herr Kevenhörster, sowie die stellvertretende Vorsitzende, Frau Brockmann gefolgt. Der Nikolaus konnte zählen, dass 50 Personen bereits zum Brunch da waren. Die neuesten Neuigkeiten wurden bei Tee, Kaffee und belegten Brötchen ausgetauscht. Es wurde geplaudert, geplaudert und geplaudert. Der Nikolaus hatte nicht schlecht zu stauen, was sich die Menschen im HGZ so alles zu berichten hatten. Für das Wohl der Großen und auch der Kleinen war gesorgt. Die Eltern saßen in der ersten Etage in geselliger Runde zusammen und die 21 Kinder durften im Erdgeschoß unter Betreuung der Erzieherinnen Anna Hesse und Katharina Schmidt spielen, malen und zusammen Spaß haben.

Nach dem Brunch gab es ein umfangreiches Angebot: In den oberen Räumen des HGZ wurde von Kirsten Dabelstein-Sieben aus Wuppertal Schmuck verkauft, der so manches Frauenherz höher schlagen ließ. Vielleicht war sogar für den einen oder anderen Mann etwas dabei, das er seiner Frau dann unter den Weihnachtsbaum legen kann, falls er noch kein Geschenk hatte. Die Malerin Maria Breit aus Köln stellte außerdem einige ihrer Bilder dem interessierten Publikum zum Kauf vor und Frau Brockmann hatte Bücher zum Thema „In zwei Welten – Schicksale gehörloser Pflegekinder“ mitgebracht, die ebenfalls gekauft werden konnten. Im unteren Bereich war ein Tisch aufgebaut, an dem Wein aus dem Weingut Speckert aus Kallstadt in der Pfalz probiert und gekauft werden konnte. Dort kam so mancher beim Probieren ins Gespräch. Wie der Nikolaus sehen konnte, wurde hier bei guter Beratung der eine oder andere edle Tropfen für den bevorstehenden Weihnachtsabend gekauft. In der Zwischenzeit wurden oben bereits die Würstchen und das Chili con Carne serviert. Wenn es also bereits wieder Mittagshunger gab, so konnte dieser gestillt werden. Aus der Ferne konnte der Nikolaus beobachten, dass die Kinder langsam unruhig wurden. Sie begannen zu flüstern: „Es ist doch Nikolaus, ob der wohl noch kommt? Vielleicht haben sich seine Rentiere verlaufen?“ Nachdem alle mit Kaffee und Kuchen vom reichhaltigen Kuchenbuffet versorgt waren, stieg die Spannung. Jetzt begrüßte der 1. Vorsitzende des Kulturvereins der Gehörlosen Paderborn und Umgebung e.V. (kugepu), Alexander Arzberger, zusammen mit seinem Stellvertreter, Ralf Kirchhoff, die zahlreichen Anwesenden. In den Begrüßungsworten wurde der Wunsch nach einem weiteren Ausbau der Gehörlosenkultur durch den Verein im Jahr 2010, die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Aktivierung der Gehörlosen durch Teilnahme in Kommunikations-Foren (KOFO) zum Ausdruck gebracht. Mittlerweile waren 80 Personen zusammen gekommen. Danach wurde eine Weihnachts-Geschichte von Thomas Geisbrecht in Lautsprache erzählt und gleichzeitig von Ralf Kirchhoff mit Gebärden begleitet. Die Kinder atmeten auf. „Zumindest handelte die Geschichte jetzt schon einmal vom Nikolaus, vielleicht ist das ein Zeichen, vielleicht kommt er gleich“, hörte der Nikolaus die Kinder untereinander reden. Doch der Nikolaus war weit und breit noch nicht zu sehen. Da der Nikolaus sah, wie gespannt die Kinder der Geschichte lauschten und die Gebärden verfolgten, ließ er sich noch ein wenig Zeit. So ein alter Mann ist ja auch einmal froh, wenn er zwischen der ganzen Hektik am Nikolaustag durchatmen kann. In der Bleichstraße angekommen, schaute er vorsichtig in die Räume des HGZ. Die Erwachsenen sah er schon, so dachte er bei sich: „Dann können die Kinder nicht mehr weit sein!“ Und so war es auch. Im nächsten Raum fand er alle Kinder, sie saßen auf dem Boden, drehten sich dann und schauten dem Nikolaus wie gebannt ins Gesicht. Sie machten ihm einen Gang, dass er sich vor die Kinder stellen konnte. Er zückte seine Liste, jedes Kind bekam Lob oder/und Tadel und am Ende ein Geschenk. war ein schöner Besuch bei den Kindern in der Bleichstraße. Es gab nur liebe Kinder, die er dort beschenken konnte. Doch leider blieb nicht viel Zeit zum Bleiben, der Nikolaus musste weiter. Bald verabschiedete er sich von Groß und Klein, denn seine Reise und seine Besuche sollten noch weitergehen, denn es warteten noch viele andere Kinder auf ihn. Auf dem Weg sah er hier und da noch Gebärden: „Ob das wirklich ein Nikolaus war, die Stimme lässt anderes vermuten…“ So konnte er später nur noch aus der Ferne sehen, dass der Nikolausabend im HGZ bei Gegrilltem und Gesprächen einen Ausklang fand. Hier und da wurden noch die letzten Informationen ausgetauscht, neue Bekanntschaften tauschten die Handynummer oder auch die Email-Adresse und wieder andere verabredeten sich für ein nächstes Treffen. Auf dem Weg zu den nächsten Kindern dachte der Nikolaus bei sich, nette Leute waren da im HGZ, vor allem aber viele liebe Kinder, die ihm so brav zugehört hatten und so freundlich zu ihm waren. Im nächsten Jahr würde er gerne wieder vorbei

kommen, wenn es in seinen Plan passt.

 

Sarah-Luise Weßler

„Deutsch-Russischer Tag“ – Treffen und Workshop mit gehörlosem Künstler in Paderborn

Am 10. Oktober 2009 kamen etwa 16 Besucher, überwiegend Gehörlose, zum „Deutsch-Russischen Tag“, einer ersten Veranstaltung des „Kulturvereins der Gehörlosen Paderborn und Umgebung“ (kurz: kugepu) in den Räumen der Volkshochschule in Paderborn zusammen. AlexanderArzberger informierte, dass die langjährige Zeitschrift „Blickpunkt“ ihren 15. Geburtstag im Rahmen einer großen Kulturfeier normalerweise heute festlich begehen würde und jedoch aufgrund der geringen, finanziellen Zusagen der Sponsoren absagen müsste. Um dennoch das Jubiläum von „Blickpunkt“ nicht völlig vergessen zu lassen, hat er einen tauben Künstler aus St.

Petersburg, Alexander Zalertsov, im Rahmen des „Deutsch-Russischen Tages“ eingeladen, der mit seiner Frau, ebenfalls Künstlerin, gekommen ist. Dieser hat sich sehr über die Einladung bedankt und hofft trotzdem, dass er seine Werke einer breiteren Öffentlichkeit etwa 2 Jahre später bei der noch zu planenden „Kultur- und Sportgala“ zeigen wird. Alexander Zalertsov ist in der Ukraine aufgewachsen und kam nach St. Petersburg, um sich im dortigen College für Künste auszubilden. Da er sich für den Beruf als Kunstlehrer interessierte, studierte

er für einige Jahre an einem Institut, wo die Bedingungen nicht einfach waren: Dort war er ohne Gebärdensprachdolmetscher. Alexander Zalertsov führte uns in die Geschichte des heutigen Instituts in St. Petersburg ein. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts sah die Zarin Maria Pawlowna, Frau von Zar Paul I. von Russland, eine Gruppe von tauben Menschen und erkannte die Notwendigkeit einer guten Bildung der Gehörlosen. Daraufhin erfuhr sie von der erfolgreichen Beschulung tauber Kinder durch Abbé de l’Epée in Paris. Sie ließ Fachleute dorthin schicken. In Paris informierten sich diese über die dortigen Methoden sehr ausführlich. Bei ihrer Rückkehr zeigte sich die Zarin sehr begeistert von den Bildungsideen. In der Nähe ihres Schlosses ließ sie das Gebäude für die Gehörlosenschule errichten. So entstand die erste staatliche Gehörlosenschule in Russland. Dort wurden viele Gehörlose nach den Ideen des Abbé de l’Epée unterrichtet und vollwertige russische Bürger. Auf diese Weise wurden viele Gehörlose auch zu Künstlern ausgebildet. Ihre Kunstwerke wurden in Russland sehr angesehen. Weitere Gehörlosenschulen wurden in Russland gegründet, von denen jedoch nicht alle dem staatlichen Schutz unterstellt wurden. Später ließen auch die Folgen des Mailänder Kongresses eine weitere Bildung in der Gebärdensprache nicht zu. 1917 kam Lenin mit seinen Kommunisten an die Macht. Das Institut musste das alte Gebäude verlassen. Es zog in ein anderes Gebäude und blieb bis heute dort. Hier hat eine Abteilung für Künste, das College, ihren Sitz, wo Alexander Zalertsov als Lehrer viele angehende Künstler ausbildet. Wer als Gehörloser Kunst erlernen möchte, kann dies in diesem Institut tun. Aus ganz Russland kommen viele Schüler nach St. Petersburg und lassen sich für 4 Jahre in verschiedenen Kunstbereichen ausbilden. Am Ende bekommen sie ein Diplom und können verschiedene künstlerische Aufträge annehmen. Dazu zeigte Alexander Zalertsov mehrere Werke von seinen Schülern in seinem Vortrag. Wir hatten Gelegenheit, einige Fragen zum russischen Schulsystem und Möglichkeiten als Künstler in Russland zu stellen, die Alexander Zalertsov geduldig beantwortete. Am Ende seines Vortrags bot er auf seine in Deutschland kürzlich gemalten Bilder zum Verkauf, die von großer Professionalität zeugten. Nach diesem Vortrag gab es im

Anschluss an die Pause einen Workshop, in dem die Teilnehmer lernten, ein Stillleben (bestehend aus einem Apfel und einer Birne) zu entwickeln. Alle waren sehr eifrig und versuchten, das Stillleben auf das Blatt zu bringen. Alexander Zalertsov gab allen unseren Werken eine Note und dazu eine Begründung. Es gab viele „Aha“-Erlebnisse und wertvolle Erkenntnisse über die künstlerische Arbeit. Einige Teilnehmer baten Alexander

Zalertsov, ihre Werke mit seinem Namen zu signieren (Smile). Nach dem Vortrag veranstalteten wir im Clubheim in der Bleichstraße einen Ausklang des Deutsch-Russischen Tages, wo Alexander Zalertsov und seine Frau das deutsche Essen (Weisswurst, Schweinshaxe, Sauerkraut) zum ersten Mal kennenlernten. Zur Hebung der geselligen Stimmung erzählten wir uns verschiedene Witze oder tauschten uns über die Unterschiede der russischen und deutschen Gehörlosenkultur aus.

Ralf Kirchhoff

Vereinsgründung Kulturverein der Gehörlosen Paderborn e.V.

Vor mindestens einem Jahr wurden oft über die Vielfalt und dieMöglichkeiten der Gehörlosenkultur gesprochen und die Hörgeschädigten in Paderborn hatten  leider noch keine eigenständige Organisation. Im weiteren Zeitverlauf sind diese Hörgeschädigten immer mehr davon überzeugt, dass dieses Thema dauerhaft bleiben wird, und so kam die Idee mit der Gründung eines Kulturvereins, um diese Lücke zu schließen. Am 6. Juni 2009 wurde der Verein mit dem Namen „Kulturverein der Gehörlosen Paderborn und Umgebung e.V.“ im Hörgeschädigtenzentrum in Paderborn von 12 Gründungsmitgliedern neu gegründet. Zu diesen Gründungs-mitglieder gehören nach dem Alphabet sortiert Alexander Arzberger, Inna Arzberger, Ivan Breit, Elisabeth Brockmann, Jens Gebert, Heike Geisbrecht, Thomas Geisbrecht, Daniel Harkötter, Sandra Harkötter, Ralf Kirchhoff, Torsten Möller und Waldemar Wenzel. Zu den Aufgaben und Zielen des neuen Vereins zählen zum

Beispiel Theaterdarbietungen, Workshops, Künstlerausstellungen, Kommunikationsforen etc. vorwiegend im Zeichen der Förderung der Gehörlosenkultur. Darunter sind sehr interessante Themen wie Deafhood und Audismus, worüber sich viele Gehörlose und Hörende gleichermaßen vielfältige Gedanken und Meinungen seit längerem austauschen können. Ab 2010 ist die Einbindung dieser Zeitschrift Blickpunkt unter der Federführung

des neuen Vereins vorgesehen. Wie bisher werden weiterhin Berichte vom GSC Paderborn und von anderen gehörlosen ortsansässigen Vereine bzw. Vereinigungen erscheinen. Eintragung beim Amtsgericht und Gemeinnützigkeit Die meisten Zuschüsse von Kommunen oder anderen öffentlichrechtlichen Körperschaften werden davon abhängig gemacht, dass der Verein rechtsfähig ist, also mit dem Zusatz „e.V.“ Aber auch private Sponsoren halten sich meist zurück, wenn der wichtige Zusatz „e.V.“ fehlt. Sie wünschen eine Zuwendungs-bescheinigung nach dem amtlichen Vordruck, um damit beim zuständigen Finanzamt Spenden steuerlich geltend

machen zu können. Das geht nur mit der Feststellung der Gemeinnützig-keit durch das Finanzamt in Verbindung mit dem Zusatz „e.V.“. Da der Verein auch Bildungsveranstaltungen anbietet, darf eine entsprechende Spendenbescheinigung für Beiträge ausgestellt werden, was zum Beispiel beim GSC Paderborn nicht möglich ist.

Beim Kulturverein der Gehörlosen ging es wirklich buchstäblich auf Vollgas. Am 12. Juni 2009 wurde das beglaubigte Antragsschreiben zusammen mit dem Gründungsprotokoll, der Originalsatzung, der Teilnehmerliste sowie mit der Beitrags und Gebührenordnung dem Notar Schmitz in Paderborn übergeben. Nach nur 10 Tagen wurde der Verein beim Amtsgericht rechtmäßig im Vereinsregister 2584 erfolgreich eingetragen ohne Korrekturen. Das Datum der Eintragung war also am 22. Juni 2009. Nach der Eintragung bekam dann der Vorstand die Anerkennung der Gemeinnützigkeit vom Finanzamt, wenn es auch obligatorisch vorläufig ist.

 

Vorstellung des Vorstandes

Im neuen Kulturverein der Gehörlosen Paderborn und Umgebung

auch kurz Kugepu genannt sind fünf Gründungsmitglieder

im Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender Alexander Arzberger
2. Vorsitzender Ralf Kirchhoff
Kassierer Thomas Geisbrecht
Schriftführer Torsten Möller
Beisitzerin Elisabeth Brockmann

Die Kassenprüfer Waldemar Wenzel und Ivan Breit sind gewählt und gehören nicht zum Vorstand.

Ausblick

Aus finanziellen Gründen ist es leider dem Kugepu nicht gelungen, die große Veranstaltung am 10. Oktober 2009 durchzuführen, weil die erhofften Unterstützungen von Sponsoren sowie Einnahmen aus Spenden und Werbungen weitgehend ausgeblieben sind. Die Absage war den Organisatoren schwer gefallen, denn die vielen Vorbereitungen mit den Helfern hatten sich nicht gelohnt. Sie hatten vielen freien Stunden auf ehrenamtlicher Basis opfern müssen. Trotzdem geben die Organisatoren nicht auf und werden in 2011 den neuen Versuch auf diesem Niveau starten.

Thomas Geisbrecht

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